Vier neue Satelliten des europäischen Satellitennavigationsprogramms Galileo wurden am 12. Dezember 2017 erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet. Der Start erfolgte um 15.36 Uhr Ortszeit (19.36 Uhr MEZ) mit einer Ariane 5 ES-Rakete.

Galileo ist Europas eigenes globales Satellitennavigationssystem, das hochgenaue, verlässlich weltweite Ortungsdienste unter ziviler Kontrolle bereitstellt. Galileo bietet bereits erste Dienste und ist mit den globalen Satellitennavigationssystemen GPS und Glonass, dem jeweiligen amerikanischen und russischen System, kompatibel. Durch die standardmäßige Verwendung von zwei Frequenzen ist Galileo in der Lage, Positionsgenauigkeit in Echtzeit bis in den Meterbereich zu liefern.

Die European GNSS Agency (GSA) ist erstmals für die Launch and Early Orbit Phase (LEOP) dieser Mission verantwortlich und beaufsichtigt dabei die Spaceopal GmbH - ein gleichberechtigtes Joint Venture von Telespazio und DLR-GfR - in ihrer neuen Rolle als Galileo-Servicebetreiber und LEOP-Missionsleiter.

Die LEOP ist eine der wichtigsten Phasen einer Weltraummission. Während dieser Phase wird die Sonde gestartet, in die richtige Umlaufbahn gebracht und die ersten Satelliteninstrumente und -systeme werden nach und nach eingeschaltet und getestet. Für diesen Vier-Satelliten-Start auf der Ariane 5, wie diesen neunten Galileo-Start, dauert diese Phase etwa 14 Tage.

Der Galileo-Start am 12. Dezember ist der zweite Start mit einer Ariane 5-Rakete und wird die Galileo-Konstellation auf insgesamt 22 Satelliten bringen, die bisher gestartet wurden: 4 In-Orbit-Validierungs (IOV) -Satelliten und 18 voll funktionsfähige (FOC) Satelliten.

Über Spaceooal

Der GSOp-Vertrag, den Spaceopal im Dezember 2016 erhielt, erweiterte den Aufgabenumfang, den das GfR-Unternehmen seit 2010 für das Galileo-Programm umsetzt. Telespazio ist an allen Phasen von Galileo über den kompletten Lebenszyklus des Systems hinweg durch Spaceopal stark beteiligt. So hat Spaceopal seit dem 1. Juli 2017 die Verantwortung für die Verwaltung des Galileo-Satellitensystems und seiner Leistung inne. Dazu zählen: der Betrieb und die Steuerung des Systems, Netzwerk, seine Sicherheit, Logistik und Wartung der Systeme und Infrastruktur sowie die Support-Dienste für Nutzer.

Spaceopal setzt diese Aufgaben durch die beiden Galileo-Kontrollzentren in Fucino und Oberpfaffenhofen (am Standort des DLR bei München), das GNSS-Servicezentrum (Madrid) und durch ein Netz von Standorten und Stationen um, die über den Globus verteilt und durch das Galileo-Datenverteilnetzwerk miteinander verbunden sind.
Seit Ende 2016 stehen die ersten Galileo-Dienste zur Verfügung; Spaceopal unterstützt hier aktiv die Fertigstellung des Systems, um alle Dienste bis 2020 zur vollen Betriebsbereitschaft auszubauen.

Telespazios Beitrag

Telespazio ist nicht nur an allen Phasen von Galileo über den kompletten Lebenszyklus des Systems hinweg durch Spaceopal stark beteiligt; das Industrieunternehmen spielt auch eine führende Rolle bei der Entwicklung des Programms, so beispielsweise durch die Errichtung eines der Galileo-Kontrollzentren (GCC) im Fucino Space Centre – hier wird die Konstellation und Mission des Programms verwaltet - und durch die Entwicklung und Inbetriebnahme des Galileo-Datenverteilnetzwerks.

Durch die Tochtergesellschaft Telespazio Frankreich unterstützt die Gruppe die französische Raumfahrtagentur (CNES) und Arianespace bei der Verwaltung des Raumfahrtbahnhofs in Französisch-Guyana sowie bei den Startvorbereitungen und dem Absetzen der Satelliten im Orbit.

Telespazio stellt außerdem eine breite Palette an Diensten, basierend auf Galileo und EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) bereit, die in der zivilen Luftfahrt, im Schienenverkehr, im Gefahrgut-Management und in der Steuerung unbemannter Luftfahrzeuge Anwendung finden.

Zudem ist Telespazio VEGA Deutschland Hauptauftragnehmer sowohl für die Entwicklung des Konstellationssimulators als auch für die Qualifizierung, Integration der Komponenten des Bodensegments und verifiziert dessen Systemfunktionalität (Assembly, Integration and Validation, AIV).

Beteiligungen der Leonardo-Gruppe

Darüber hinaus entwickelte Leonardo einige wichtige technologische Komponenten, die in den Satelliten, die bereits in der Umlaufbahn sind, verwendet werden, und die auch Bestandteil der zu startenden und noch im Bau befindlichen Satelliten sind: Es handelt sich dabei um die IRES-N2-Sensoren (Infrared Earth Sensor) zur Lageregelung der Satelliten, um die innovativen Wasserstoff-Atomuhren (PHM, Passive Hydrogen Maser) zur Zeitmessung und einen Empfänger für PRS-Dienste, welcher die erhöhten Sicherheitsanforderungen für Behörden und kritische Infrastrukturen erfüllt.


Weiterführende Links zum Thema Satellitennavigation

ESA:  Navigation Facility - Galileo

DLR: Galileo-Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen

Telespazio: Die Telespazio-Gruppe und Galileo - spaceopal - Galileo-Kontrollzentrum Fucino

ILRS Website

GSSF Website

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