Vier neue Satelliten des europäischen Satellitenortungs- und Navigationsprogramms Galileo wurden heute erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, gestartet. Der Start erfolgte um 9:25 Uhr Ortszeit (13:25 Uhr MEZ) mit einer Ariane 5 ES Trägerrakete.

In den nun kommenden 14 Tagen, genannt LEOP (Launch and Early Orbit Phase), werden die vier Satelliten vom Satellitenkontrollzentrum der französischen Raumfahrtagentur (CNES) in Toulouse gesteuert, bis sie ihre Zielumlaufbahn erreicht haben.

Die GSA, Europas GNSS-Agentur (Global Navigation Satellite System), ist für die LEOP dieser Mission verantwortlich und beaufsichtigt Spaceopal - ein gleichwertiges Joint Venture zwischen Telespazio und DLR-GfR - in ihrer Rolle als Galileo-Betreiber und als LEOP-Missionsleitung. In dieser zehnten Galileo-Mission (L10) innerhalb des Galileo-Programms ist spaceopal zudem direkt in den Satellitenbetrieb involviert und stellt dem Missionskontrollteam vier Missionsleiter zur Verfügung.

Mit diesem Start steigt die Zahl der bereits in der Umlaufbahn befindlichen Satelliten im Galileo-System auf 26.

Galileo ist Europas eigenes globales Navigationssatellitensystem, das einen hochpräzisen, zuverlässigen globalen Ortungsdienst unter ziviler Kontrolle bietet. Derzeit stellt Galileo erste Dienste zur Verfügung und ist mit GPS und Glonass, den globalen Satellitennavigationssystemen der USA und Russlands kompatibel.

Das Galileo-System wurde am 15. Dezember 2016 in Betrieb genommen. Spaceopal unterstützt aktiv die Fertigstellung des Systems, um Dienste bis zum Jahr 2020 voll einsatzfähig zu machen. Mehr als 100 Millionen Geräte nutzen heute Galileo.

Unternehmen der Leonardo-Gruppe spielen eine führende Rolle im Galileo-Programm. Spaceopal ist für das Management des gesamten Galileo-Satellitensystems und seiner Leistung verantwortlich: Insbesondere für den Betrieb und die Kontrolle des Systems, des Netzwerks, seiner Sicherheit, der Logistik, für die Wartung der Systeme und der Infrastruktur sowie für unterstützende Dienste für Endnutzer.

Spaceopal steuert diese Aktivitäten über die beiden Galileo-Kontrollzentren in Fucino (Italien) und Oberpfaffenhofen (am DLR-Standort bei München), das GNSS-Servicezentrum (Madrid) sowie ein Netz von Standorten und Stationen, die auf der ganzen Welt verteilt und über das Galileo-Datenverbreitungsnetzwerk verbunden sind.

Telespazio ist nicht nur an allen Phasen der Betriebs-Lebenszeit von Galileo durch Spaceopal stark beteiligt, sondern spielt auch eine führende Rolle bei der Entwicklung des Programms. Das Unternehmen hat im Fucino Space Centre eines der Galileo-Kontrollzentren (GCC) errichtet, das die Konstellation und Mission des Programms verwaltet und hat darüber hinaus das Galileo- Datenverbreitungsnetzwerk entwickelt und in Betrieb genommen.

Telespazio unterstützt auch CNES und Arianespace bei der Verwaltung des Raumfahrtbahnhofs in Französisch Guyana sowie bei der Inbetriebnahme und Platzierung von Satelliten in der Umlaufbahn durch Telespazio France. Darüber hinaus ist das Unternehmen über Telespazio VEGA Deutschland Hauptauftragnehmer sowohl für den Konstellationssimulator (CSIM) als auch für die Assembly, Integration and Validation Platform (AIVP) für das Bodenmissionssegment. Im Rahmen des aktuellen Satellitenstarts hat Telespazio VEGA Deutschland das Flugkontrollteam am CNES trainiert, um es auf eine Vielzahl von Manövern während der LEOP dieser vier Satelliten vorzubereiten.

Telespazio entwickelt ferner eine breite Palette an Anwendungen auf Basis von Galileo und EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) für die Zivilluftfahrt, Schienenverkehr, Gefahrgutmanagement und unbemannte Flugzeuge.

Eine wichtige technologische Komponente, die in den Satelliten, die sich bereits in der Umlaufbahn befinden, enthalten ist, - ebenso wie in den noch zu startenden und im Bau befindlichen Satelliten -, wurde von Leonardo entwickelt. Dazu gehören die IRES-N2 (Infrared Earth Sensor), Sensoren zur Lageregelung; die innovativen PHM (Passive Hydrogen Maser) Wasserstoff-Atomuhren zur Zeitmarkierung; und ein Empfänger für den PRS-Dienst (Public Regulated Service), der für Behörden und kritische Infrastrukturen mit besonderen Sicherheitsanforderungen entwickelt wurde.

 

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