Copernicus ist das europäische Programm zur Schaffung einer europäischen Kapazität in Bezug auf satellitengestützte Erdbeobachtung unter der Leitung und Koordination der Europäischen Kommission. Copernicus liefert zeitnah genaue und leicht zugängliche Daten zur Beobachtung der Erde, der marinen und atmosphärischen Umwelt, zum Verständnis und zur Abschwächung der Auswirkungen des Klimawandels ebenso wie zur Gewährleistung der zivilen Sicherheit.

Die Telespazio-Gruppe ist einer der wichtigsten Industriepartner des Copernicus-Programms. In Deutschland ist es die Telespazio VEGA Deutschland, die maßgeblich in verschiedene Aspekte des Programms eingebunden ist. Hierbei geht es von der Entwicklung des Nutzlast-Bodensegments (PDGS), über die Betriebsvorbereitung, die Unterstützung des Satellitenstarts und der Positionierungs-Kampagne bis hin zu Ingenieursdienstleistungen in den Bereichen IT und Kommunikation.

Sentinel-1A und 1B sind Europas Radarvisionssatelliten. Telespazio VEGA Deutschland war und ist an der Sentinel 1 Mission beteiligt, sowohl an den A- als auch an den B-Satelliten in den Bereichen der Bodensegmentsysteme und des IKT.

Für den Bereich der Bodensegmentsysteme war unser Unternehmen ein wichtiges Mitglied im Airbus-Kernteam und beteiligt an der Entwicklung des Sentinel 1 Nutzlast-Bodensegments für die ESA.

Telespazio VEGA war speziell mit der Entwicklung der beiden wichtigsten Subsysteme, dem PDGS Überwachungs- und Berichterstattungssystem (PMR) und dem PDGS Ressourcenüberwachungs-, Alarm- und Steuerungssystem (RMA) betraut. Diese Subsysteme werden in den Sentinel-1-Stationen und -Zentren in Frascati (ESRIN), Svalbard, Maspalomas, Oberpfaffenhofen (DLR), Brest, Matera und Farnborough eingesetzt und sind seit April 2014 in Betrieb.

Direkt neben dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt gelegen, bietet Telespazio VEGA Ingenieurdienstleistungen für den Boden- und Satellitenbetrieb ebenso wie Trainingsdienstleistungen an, durch die das Flugkontroll-Team auf eine Vielzahl möglicher Einsatzszenarien vorbereitet wird.

Für den Launch und die Positionierungskampagne beider Satelliten, genauso wie für ihren Routinebetrieb, war das Ingenieursteam für Informations- und Kommunikationstechnik, mit Sitz beim ESOC, verantwortlich für die Vorbereitung der notwendigen IKT-Infrastruktur.  

Sentinel-2A und 2B sind die beiden Satelliten, die „Colour Vision“ für Europa bereitstellen. Telespazio VEGA Deutschland ist sowohl im Sentinel-2A- als auch im 2B-Routinebetrieb tätig und hat in diesem Rahmen Prozessor-Plugins für die Sentinel-2 Multispektral-Imager-Toolbox entwickelt.

Das Unternehmen bietet umfassende Ingenieurdienstleistungen für das ESOC Flugkontrollteam, das sich mit der Vorbereitung, dem Start und dem Routinebetrieb beschäftigt. Von Telespazio VEGA Deutschland kommen auch die Simulationsbeauftragten, die Simulationen zur Schulung des Flugkontrollteams für Nominalszenarien aber auch für unerwartete Notfälle durchführen. Unser Unternehmen ist auch an der Implementierung der Sentinel-2 Toolbox beteiligt, welche aus einer Reihe von Visualisierungs-, Analyse- und Verarbeitungswerkzeugen für die Auswertung von Multispektral-Instrumenten (MSI) besteht. Telespazio VEGA Deutschland war für die Entwicklung von zwei Plugins verantwortlich: das Sen2Cor Prozessor-Plugin, welches für die atmosphärische, Cirrus- oder Geländekorrektur von Top-Of-Atmosphäre Level 1C Eingangsdaten verwendet wird ebenso wie für das Sen2Three Plugin für die Spatio-Temporale-Synthese von Sentinel-2-Bildern, welche es den Nutzern ermöglicht, Wolken aus Satellitenbildern zu entfernen und ein nahtloses Überlappungsbild einer bestimmten Region ohne Wolken darzustellen.

Hier können Sie den Sen2Cor Plugin herunterladen: http://step.esa.int/main/third-party-plugins-2/sen2cor/

Hier können Sie den Sen2Three Plugin herunterladen: http://step.esa.int/main/third-party-plugins-2/sen2three/

Innerhalb des Copernicus­-Programms sind es die Sentinel-3A- und 3B-Satelliten, die uns ein genaueres Bild unserer Erde liefern. Die Mission bietet optische und oberflächliche Topographie-Daten mit mittlerer Auflösung und hoher Genauigkeit mit einer entsprechenden Wiederholungsfrequenz, Abdeckung und Aktualität sowohl für Near-Echtzeit- als auch für Offline-Marine- und Landanwendungen.

Telespazio VEGA hat das Flugkontrollteam für die Sentinel-3 Low-Earth-Orbit-Phase (LEOP) des Europäischen Raumkontrollzentrums (ESOC) in Darmstadt durch Betriebs- und IKT-Ingenieurdienstleistungen unterstützt. Seit der Beendigung der LEOP wurde der Routinebetrieb an EUMETSAT übergeben, welcher mit Systembetriebsdienstleistungen seitens eines Controller-Teams der Telespazio VEGA Deutschland unterstützt wird.

Darüber hinaus liefert unser Unternehmen wesentliche Beiträge zu Systemen, die für die an Copernicus-Daten interessierte Anwender von zentraler Bedeutung sind. Hier vor allem zu nennen ist das Nutzlastbodensegment (PDGS), welches von der ESA in Zusammenarbeit mit EUMETSAT implementiert wurde. Die Entwicklung des Core PDGS wurde von einem Konsortium unter der Leitung von Telespazio VEGA durchgeführt.

Das Core PDGS ist in erster Linie für den Empfang und die Verarbeitung der Nutzlastdaten des Sentinel-3-Instruments verantwortlich, stellt sicher, dass die Aufgabe des Satelliten entsprechend den allgemeinen Copernicus-Nutzeranforderungen und den Fähigkeiten des Satelliten ausgeführt wird und gewährleistet, dass den Copernicus-Nutzern geeignete Sentinel-3-Produkte zur Verfügung stehen, die den erwarteten Qualitäts- und Zeitvorgaben entsprechen.

Das Telespazio VEGA-Konsortium hat das PDGS an sechs verschiedenen Standorten eingesetzt, die jeweils einen Teil der gesamten Produktverarbeitungskette umsetzen: Svalbard, Darmstadt (EUMETSAT), Frascati (ESRIN), Toulouse (CLS), Sophia Antipolis (ACRI) und Oberpfaffenhofen (DLR). Telespazio VEGA ist derzeit für die Wartung des Core PDGS bei EUMETSAT in Darmstadt verantwortlich.

Sentinel-4, Europas Luftüberwachungsmission, besteht aus einer Reihe von Instrumenten, die an Bord der beiden Meteosat-Satelliten der dritten Generation (MTG) ins All gebracht werden.

Obwohl noch nicht gestartet, sind die Telespazio-Gruppe und Telespazio VEGA Deutschland bereits stark in die MTG-Missionsvorbereitungen auf der Bodensegment-Seite eingebunden: Ein wichtiger Bestandteil des Bodensegments sind die Bodenstationseinrichtungen, die für die Kommunikation mit den Satelliten, den Datenempfang und die Kontrolle des Satellitenstatus ebenso wie für die Orbitalposition erforderlich sind.

Für die dritte Generation von Meteosat werden hochmoderne Kommunikationstechniken eingesetzt, die eine neue Reihe von Bodenstationen erfordern. Die MTG-Satelliten werden ein wesentlich höheres Datenvolumen erzeugen, weshalb getrennte Einrichtungen für die Datenerfassung (Mission Data Acquisition Facility - MDAF) und die Satellitensteuerung (Tracking, Telemetrie und Command Ground Stations Facility - TTCF) unerlässlich sind.

Telespazio, als bekannter Bodenstations-Integrator und Betreiber, wurde von EUMETSAT in Darmstadt beauftragt, diese Bodenstationseinrichtungen selbst zu planen, zu entwickeln, zu beschaffen, zu warten und auch vor Ort zu betreiben. Die Rolle von Telespazio VEGA Deutschland in den nächsten 20 Jahren umfasst die lokale Integration, den Support und die Verantwortung für die Wartung der Systeme, die in den Räumlichkeiten der EUMETSAT installiert sind.

Telespazio VEGA ist auch an der Integrationsverifizierung und der Validierung des gesamten MTG-Bodensegments vor Ort bei EUMETSAT beteiligt.

Sentinel-5 und sein Vorläufer 5P sind Europas globale Luftüberwachungsmissionen innerhalb des Copernicus-Programms. Bereits vor dem Start hat Telespazio VEGA Deutschland an den Vorbereitungen für die Mission mitgewirkt. Die Aufgaben umfassen Betriebs- und Ingenieurleistungen, Flugdynamik und Datensysteme im Rahmen des Copernicus-Vertrags, den das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESA/ESOC) dem Unternehmen erteilt hat.

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