Überwachungs- und Kontrollsysteme werden in den verschiedenen Phasen einer jeden Mission benötigt, angefangen von der Montageintegration, bis hin zu den Tests und der Inbetriebnahme. Innerhalb Europas wurden solche Systeme in der Vergangenheit von verschiedenen Organisationen entwickelt und basierten in der Regel auf unterschiedlichen Technologien oder Infrastrukturen.

Aufgrund dessen ist die Wiederverwendung von Systemen und der Austausch von Informationen über Missionen oder sogar über Missionsstufen hinweg in der Regel nicht effizient und manchmal sogar unmöglich. Darüber hinaus veralten die bisherigen Systeme und werden kostspielig und schwierig zu warten oder zu aktualisieren.

Der erste Schritt: Ein internationales Abkommen

In Anbetracht dieser Problematik hat die Europäische Weltraumagentur ESA eine Kooperationsvereinbarung mit den europäischen Raumfahrtagenturen (DLR, CNES, UKSA) sowie mit den großen europäischen Systemintegratoren Airbus, Thales Alenia Space und OHB Systems zur Entwicklung eines European Ground System Common Core (EGS-CC) geschlossen. Gemeinsam haben sie ein Lenkungsgremium, das so genannte Steering Board (SB), und ein Systementwicklungsteam, das sogenannte Systems Engineering Team (SET), gebildet, die die Entwicklung überwachen.

Das Ziel

Das zentrale Element von EGS-CC ist die gemeinsame Infrastruktur, die die Grundlage für die verschiedenen Überwachungs- und Kontrollsysteme für die verschiedenen Missionsphasen und für alle Missionstypen bildet. Dies gewährleistet die Einheitlichkeit der Entwicklungszyklen und Lieferantenketten während einer Mission und ermöglicht die Maximierung von Synergien und den Transfer zwischen Projekten und Projektphasen sowie eine Aufteilung der Wartungskosten.

Telespazio VEGA leitete das Konsortium, das die Phase B dieser Aktivität abgeschlossen hat.

Hauptziel der Phase B war es, den Boden für die zukünftige Entwicklung des Projekts zu bereiten und im Wesentlichen das Anforderungsprofil der Software zu erstellen und das architektonische Design der zukünftigen Infrastruktur zu erarbeiten. Diese Aufgabe wurde in enger Zusammenarbeit mit dem SET realisiert, in deren Rahmen mehrere Workshops und Zwischenprüfungen stattfanden. Darüber hinaus wurde das Projekt der erweiterten europäischen Raumfahrtgemeinschaft offiziell zur Begutachtung vorgelegt.

In Phase C/D, die 2018 abgeschlossen sein soll, wird die zukünftige einheitliche Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur, die alle Missionstypen und -phasen abdecken wird, entwickelt und integriert. Telespazio VEGA Deutschland leitet die erste Stufe der Phase C/D und führt das Konsortium an, das sich aus 20 Unternehmen aus zehn europäischen Ländern zusammensetzt und die Entwicklung durchführt.

Wir sind der festen Überzeugung, dass EGS-CC der europäischen Raumfahrtgemeinschaft viele Vorteile bringen wird, und wir freuen uns auf die nächsten Phasen des Projekts.

EGS-CC Webseite
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