Telespazio VEGA Deutschland unterstützt die bemannte europäische Raumfahrt seit Ende der 90er Jahre für eine Reihe von Kunden und Standorten. Unser Leistungsspektrum reicht dabei vom Nutzlast-Betrieb und -Ingenieurwesen über das Astronautentraining bis hin zu Softwarelösungen.

 

Das Columbus-Modul ist Europas Weltraumlabor an Bord der Internationalen Raumstation. Vom Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) in Oberpfaffenhofen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus, steuert und koordiniert das Flugkontrollteam den Betrieb der europäischen Nutzlasten und Laborsysteme.

Telespazio VEGA Deutschland ist in vielerlei Hinsicht am Betrieb des Col-CC beteiligt. Unter anderem in den Bereichen

  • Betriebstechnik
  • Subsystemtechnik für die Bodenkontrolle
  • 24/7 Netzwerkbetrieb Services
  • Administration der ISS-Missionsintegration und des Betriebs
  • ISS-Betriebsunterstützung zur Erleichterung der laufenden Wartung der Bodensegmentsysteme

Das Europäische Astronautenzentrum (EAC) in Köln ist die Heimatbasis aller europäischen Astronauten und ein Exzellenzzentrum der Astronautenausbildung. Telespazio VEGA Deutschland erbringt, während des gesamten Trainingszyklus der Astronauten, eine Vielzahl von Leistungen, um das Bodenpersonal ebenso wie die Besatzung optimal auf die Missionen vorzubereiten und um so die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Reisen ins All zu schaffen. Unsere Serviceteams decken unter anderem die folgenden Disziplinen ab:

  • Design des Lehr- und Lernsystems
  • Training und Simulationen für die Besatzung
  • Ausbildung und Zertifizierung der Trainer
  • Unterstützung im IT-Bereich
  • Trainingsadministration

Telespazio VEGA Deutschland hat für das Europäische Astronautenzentrum die Astronautentrainingsdatenbank (ATD) entwickelt. Das Online-End-to-End-Trainingssystem ist seit Ende der 90er Jahre im Einsatz. Es ermöglicht eine Standardisierung der Trainingsabläufe, die Verfolgung der Zertifizierung von Astronauten und Ausbilder und die höchstmögliche Transparenz während des gesamten Trainingsentwicklungsprozesses. Astronautentraining ist in hohem Maße von internationaler Zusammenarbeit abhängig. Durch die ATD ist es den über die Welt verteilten Teams möglich, gleichzeitig an zentralen Daten zu arbeiten.

Das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) beim DLR in Köln ist das größte europäische Nutzerzentrum (USOC), hier wird die Durchführung der wissenschaftlichen Experimente an Bord des Columbus-Moduls vorbereitet. Telespazio VEGA Deutschland unterstützt das MUSC seit über 20 Jahren bei der Durchführung von Betriebs- und Engineering-Aufgaben, leistet aber auch Echtzeit-Support im Schichtdienst.

Zukünftig sollen von bemannten Raumstationen aus ferngesteuerte planetare Landegeräte und Roboter bedienbar sein. Das würde die derzeit nur von der Erde aus mögliche Fernsteuerung sehr vereinfachen.

Ein Beispiel hierfür wäre ein Rover auf dem Mars, der von einem bemannten Fahrzeug im Orbit über dem Mars gesteuert wird. Die Kommunikation und Interaktion mit diesem Rover wäre wesentlich effizienter als die Steuerung von der Erde aus, sogar eine bilaterale Kontrolle und totale immersive Telepräsenz wären denkbar.

METERON

Meteron Final ("Multi-User End-To-End Robotic Operations Network") ist ein ISS-basierter Experimentansatz und eine Architektur, die End-to-End-Roboteroperationen von planetaren Landemodulen validiert, die von einer bemannten Station im Orbit aus gesteuert werden. Das Programm ist eine internationale Zusammenarbeit der ESA, NASA, DLR sowie Roskosmos, unter Leitung der ESA. Eines der Ziele ist es, von der ISS aus Landemodule auf der Erde zu betreiben, um das Konzept und die Technologie dahinter zu bestätigen. Im Rahmen des Experiments sollen neuartige Kommunikationstechniken wie DTN (Delay Tolerant Network) eingesetzt werden.

Plug-and-Play

Telespazio VEGA hat die METERON Betriebsumgebung (MOE) im Auftrag der ESA/ESOC entwickelt. Bei MOE handelt es sich um eine ‘Plug-and-Play’ Systeminfrastruktur, mit der Einsatzszenarien eingeübt werden können. Es umfasst die Datensysteme zur Unterstützung der METERON-Operationen am Boden und simuliert Elemente der Konfiguration, die noch nicht verfügbar sind. Dies stellt realistische Bedingungen für das das Experiment ausführende Team bei der Überwachung der Ausführung der Szenarien dar.

Für Astronauten gemacht

Ein wichtiges Element des Programms ist die Durchführung von echten Experimenten mit Astronauten auf der ISS. Da die Software an Bord der ISS einen langen Validierungs- und Qualifizierungsprozess durchlaufen muss, die Zeit mit den Astronauten aufgrund ihrer engen Terminpläne sehr begrenzt ist und das Kommunikationsnetz zur ISS sehr eingeschränkt ist, gelten strenge Auflagen. Um dies auszugleichen, erlaubt das MOE den Betrieb mit einem simulierten Orbiter am Boden, um die Überwachung von Experimenten mit operationellen Szenarien zu ermöglichen, wenn keine Verbindung zur ISS besteht. Die Simulation bietet realistische Schnittstellen (Datenraten, Verzögerungen und Latenzen, Datenstrukturen), als ob es sich um die eigentliche Station handeln würde, die mit dem Robotersystem kommuniziert.

Die von Telespazio VEGA zur Erstellung des MOE verwendete GSTVI-Softwareumgebung ist eine innovative Plug-and-Play-Infrastruktur (Ground System Test and Validation Infrastructure).

Testen, testen und nochmals testen

GSTVi ist ein von Telespazio VEGA entwickeltes ESA-Toolkit, welches die Überprüfung von Bodensegmentsystemen ermöglicht. Jedes Element des Bodensegments kann entweder als eigenständiges Element (mit simulierten Elementen für die anderen Systeme) oder in einer kompletten Konfiguration mit den anderen Elementen getestet werden. Das System bietet eine Reihe von Simulationsmodellen, die für spezifische Missionen angepasst werden können, und ermöglicht die Simulation der gesamten Telekommando- und Telemetriekette des Missionskontrollsystems (MCS) bis zum Raumfahrzeug und umgekehrt. In den frühen Phasen neuer Missionen ist es oft notwendig, ein System mit begrenztem Aufwand und geringen Investitionen zu schaffen, welches die Validierung und Überprüfung der Eignung innovativer Betriebskonzepte, neuer Technologien und Protokolle ermöglicht.

Ganz gemäß Protokoll

Die GSTVi ist perfekt für die METERON MOE, da sie bereits einige der Simulationselemente bereitstellt, die für die MOE benötigt werden (wie zum Beispiel das MCS Element). Es beinhaltet den Standard-CCSDS-Spacelink und das Bodenkommunikationsprotokoll ebenso wie eine Implementierung des DTN-Protokolls. GSTVi ist ein extrem leistungsfähiges System, das leicht erweitert werden kann, um die Validierung von Betriebskonzepten zu ermöglichen und um die neuartigen, im METERON-Programm verwendeten, Kommunikationsprotokolle zu testen.

Telespazio VEGA Deutschland unterstützt das bemannte europäische Raumfahrtprogramm mit seinen Nutzlastmanagement-Dienstleistungen für Thales Alenia Space in Turin (Italien), welches für das Fluid Science Laboratory (FSL) an Bord der ISS eingesetzt wird.

Das Fluid Science Laboratory ist eine von der Europäischen Weltraumorganisation ESA konzipierte Multiuser-Anlage zur Durchführung von fluidphysikalischen Untersuchungen in der Schwerelosigkeit. Es kann als vollautomatische oder halbautomatische Anlage betrieben werden und sowohl durch die Besatzung von Bord der Internationalen Raumstation (ISS) oder von der Erde aus im Tele-Science-Modus gesteuert werden.

Das Automated Transfer Vehicle (ATV) war der europäische Raumtransporter, durch dessen Versorgungsmissionen die Internationale Raumstation in den Jahren 2008 bis 2014 beliefert wurde.

Im Rahmen des ATV-Programms erbrachte Telespazio VEGA eine Reihe von Dienstleistungen für das ESA-Team, welches das ATV-Kontrollzentrum (ATV-CC) der französischen Weltraumbehörde Centre National d'Etudes Spatiales (CNES) mit Sitz in Paris unterhält. Diese Dienstleistungen umfassten den Betrieb der ATVs, die Entwicklung von Bodensegmenten und die Unterstützung der Flugdynamik.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok